Narkoseüberwachung

Liebe Tierbesitzer!

Im Interesse der Narkosesicherheit haben wir im Frühjahr 2014 ein neues Narkoseüberwachungsgerät angeschafft. Neben den von uns bisher schon überwachten Werten EKG, Puls, Temperatur, Blutdruck und Sauerstoffsättigung ist es uns möglich nun auch jederzeit die Kohlendioxidkonzentration in der Ausatemluft unseres OP-Patienten zu messen und zu überwachen. Damit können wir bisher verborgene Unregelmäßigkeiten im Gasaustausch ermitteln und das Narkoserisiko auf ein Minimum senken.

Ihr Roland Zeidler

Operationen

Chirurgie: (engl.) surgery; medizinisches Fachgebiet zur Erkennung und Behandlung von Erkrankungen, die ohne chirurgische Intervention (Eingreifen) zu gesundheitlichen Schäden oder zum Tod führen würden; (...) umfasst (…) besondere operative Verfahren zur (...) Therapie organischer Leiden oder zur Verkürzung des Heilungsverlaufs bzw. Verbesserung des (...) Ergebnisses (...).“
"Operation: (engl.) surgery, operation; Abk. Op; zu diagnostischen bzw. therapeutischen Zwecken durchgeführter chirurgischer Eingriff in den lebenden (...) Organismus (...)."
aus: Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 257ste Auflage

Bei manchen Patienten ist ein operativer Eingriff unumgänglich. Natürlich sind diese Eingriffe nur mit einer Schmerzausschaltung möglich. Handelt es sich um einen kleinen Eingriff, wie z.B. die Entfernung eines kleinen Knotens in der Haut, dann kann möglicherweise eine Beruhigungsspritze kombiniert mit einer lokalen Betäubung ausreichend sein.

Größere Operationen, z.B. mit Eröffnung der Bauchhöhle oder eines Gelenks erfordern eine tiefere Narkose. Wir arbeiten in solchen Fällen mit einer sogenannten Inhalationsnarkose. Der Patient wird durch eine Injektionsnarkose (also per Spritze) auf das auch als "Gasnarkose" bezeichnete Verfahren vorbereitet. Nach Ausfall der Reflexe des Tieres wird ein Schlauch (ein sog. Endotrachealtubus) in die Luftröhre eingeführt. Über diesen Schlauch wird der Patient dann mit Sauerstoff und Narkosegas (Isofluran) versorgt.

Der Vorteil der Inhalationsnarkose liegt in der sehr guten Steuerbarkeit der Narkosetiefe und kann damit auch als das sicherste Narkoseverfahren angesehen werden. Ist die Operation beendet, wird die Isofluranzufuhr blockiert, der Patient bekommt weiterhin Sauerstoff und kann das restliche Narkosegas abatmen, während er aus der Narkose erwacht.

Eine reine Injektionsnarkose reicht für kleinere bis mittlere Eingriffe aus.
Wir schaffen stets einen venösen Zugang, damit die Medikamente und ggf eine Infusion direkt in das Kreislaufsystem des Patienten verabreichet werden kann.

Was ist vor einer Operation zu beachten?

Hunde und Katzen sollten vor der Narkose nüchtern sein. Das bedeutet, dass sie in der Regel ab 12 Stunden vor dem Operationstermin nicht mehr gefüttert werden dürfen. Wasser kann und soll in diesen 12 Stunden auf jeden Fall angeboten werden. Kurz vor dem Operationstermin sollten Hunde eine kleine "Gassi"-Runde machen, um Kot und Urin absetzen zu können.
Notfälle sind natürlich Ausnahmen.
Kaninchen, Meerschweinchen und andere Heimtiere dürfen niemals, also auch nicht vor einer Narkose nüchtern gehalten werden! Sie sind ganz normal zu füttern und sollten vielleicht auch ihr gewohntes Futter mit in die Transportbox gelegt bekommen.

Was ist nach einer Operation zu beachten?

Hunde und Katzen können meistens nach der Narkose Wasser und kleine Mengen Futter bekommen, sobald sie stabil stehen können. Aber bitte nur kleine Mengen unter Aufsicht anbieten!
Kaninchen und Meerschweinchen sollten so früh nach der Narkose wie möglich wieder Futter angeboten bekommen, um dem Verdauungstrakt nicht unnötig zu schaden. Manche Kaninchen und Meerschweinchen brauchen eine Weile, bis sie wieder selbständig Futter aufnehmen und müssen dann zur Überbrückung gefüttert werden.
Für alle Operationspatienten gilt, dass die Operationswunde vor Verschmutzungen geschützt werden muss. Das bedeutet, dass Kaninchen und Meerschweinchen nach der OP auf Zeitungspapier oder Handtüchern gehalten werden sollten (1 Woche, abhängig von der Art der OP).
Hunde aber auch manche Katzen bearbeiten ihre OP-Wunden durch ausdauerndes Belecken, was die Wundheilung sehr stören kann. Deshalb sollte dies möglichst verhindert werden. Je nach Operation kann hier das Anlegen eines Halskragens oder eines Bauchverbands mit Klettverschluss sinnvoll sein. In unserem Praxis-Shop bieten wir auch weiche, komfortable Halskrägen an, die die Hunde in ihren Gewohnheiten wesentlich weniger einschränken, als die herkömmlichen Kunstoff-"Eimer".