Tierärztliche Hausapotheke

Unsere Praxis verfügt über ein umfangreiches Sortiment an Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln. Dadurch sind wir in der Lage die meisten Erkrankungen Ihres Haus- oder Heimtiers effizient und sofort zu behandeln. In einzelnen Fällen kann die Bestellung eines speziellen Arzneimittels notwendig sein; in der Regel beträgt die Lieferzeit nur 1-2 Tage.

Ebenso kurzfristig lieferbar sind spezielle Futtermittel. Zum einen führen wir Diätfuttermittel zur Ernährung von Tieren mit bestimmten Erkrankungen (z.B. Nierenerkrankungen, Diabetes, Übergewicht, etc.) , zum anderen bieten wir Ihnen Premiumfuttermittel an, die durch ihre Zusammensetzung bestimmten Erkrankungen vorbeugen bzw. gesundheitsfördernd wirken.

 

Im folgenden Absatz finden Sie einige Informationen, die die Abgabe von Tierarzneimitteln betreffen, da es hier häufig Missverständnisse gibt:

Der niedergelassene Tierarzt darf eine Tierärztliche Hausapotheke betreiben, wenn er die in der "Verordnung über tierärztliche Hausapotheken, (TÄHAV)" festgelegten Voraussetzungen erfüllt.

Die gesetzliche Grundlage ist das Deutsche Arzneimittelgesetz

Wie bei den Medikamenten für den Menschen finden bei Arzneien für Tiere die Definitionen "apotheken-" und "rezeptpflichtig" Anwendung.

Diese Definitionen sind für alle Tierärzte bindend. Das bedeutet, dass Medikamente für Tiere von uns nur abgegeben werden dürfen, wenn eine "ordnungsgemäße Behandlung" durchgeführt wird. Eine solche "ordnungsgemäße Behandlung" umfasst einerseits die Untersuchung des Patienten in angemessenem Umfang sowie die Kontrolle des Behandlungserfolgs. (siehe §12, TÄHAV).

Es ist uns also nicht nur aus medizinischer, sondern auch aus rechtlicher Sicht nicht möglich, apotheken- oder verschreibungspflichtige Medikamente abzugeben, ohne eine Untersuchung des Patienten durchgeführt zu haben (Sorgfaltspflicht!).

Beispiele:
1. Frau H. möchte für ihre Katze die antibiotischen Augentropfen, die ihrer Katze beim letzten Mal so gut geholfen haben, ohne das Tier bei uns vorzustellen.   -   Augenentzündungen können sehr viele Ursachen haben, die vor dem Einsatz eines Augenmedikaments abzuklären sind. Unter Umständen kann die Behandlung mit einem beliebigen Antibiotikum nicht nur unnötig, sondern auch schädlich sein. 
2. Herr K. hat den Verdacht, dass sein Hund an einer Borreliose erkrankt sei und möchte ein Antibiotikum dagegen haben, ohne das Tier bei uns vorzustellen.  -  Lahmheiten und Fieber können verschiedenste Ursachen haben. In jedem Fall sollte das Tier zur Untersuchung vorgestellt werden, da nur so festgestellt werden kann welche Behandlung sinnvoll ist. Die unkontrollierte Abgabe von Antibiotika ist auch für den Menschen gefährlich, da sich durch die Entwicklung von Resistenzen die Wirksamkeit der Antibiotika verschlechtert. Das bedeutet, dass im schlimmsten Fall auch Erreger die den Menschen befallen, nicht wirksam bekämpft werden können.
3. Frau S. ist neu zugezogen. Ihre Katze leidet unter Diabetes mellitus und ist beim Tierarzt sehr scheu. Das Tier ist vom vorbehandelnden Kollegen gut auf Insulin eingestellt und regelmäßig kontrolliert worden. Frau S. hat einen Bericht von ihrem bisherigen Tierarzt oder ein Rezept dabei und möchte nun ein Fläschchen Insulin kaufen.   -  Bei chronisch kranken Patienten, die regelmäßig bestimmte Medikamente wie z.B. Insulin oder Herzmedikamente benötigen, können die entsprechenden Medikamente bei Vorlage entsprechender Unterlagen oder unter Angabe der Kontaktdaten des bisherigen Tierarztes für evtl. Rückfragen abgegeben werden.

Das Ausstellen eines Rezepts für eine "Menschenapotheke" ist übrigens ebenso streng geregelt und muss darüber hinaus als eine Leistung nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) berechnet werden.

Außerdem ist der Tierarzt verpflichtet bei Vorhandensein eines zugelassenen Tierarzneimittels auf dieses zuzugreifen. Die Anwendung eines für den Menschen zugelassenen Medikaments ist nur nach einer sogenannten Umwidmung durch den Tierarzt möglich und muss streng dokumentiert werden.

Zuwiderhandlungen durch den Tierarzt können für diesen schwerwiegende rechtliche Konsequenzen mit in der Folge hohen Bußgeldern haben.