Tumordiagnostik

Eine Geschwulst (oder auch Tumor) ist eine unkontrollierte Zellvermehrung. Im gesunden Gewebe regelt die Erbinformation das Vermehren und Absterben von Zellen. Versagen die biochemischen Sicherungssysteme des Körpers, kann dieser die Kontrolle über anfangs einzelne Zellen verlieren: der Grundstock für das Tumorwachstum ist gelegt.

Man unterscheidet gutartige von bösartigen Geschwülsten, die durch ihr aggressives Wachstum und die Bildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) charakterisiert sind.

Gutartige Tumoren sind in der Regel gut abgegrenzt und bilden keine Metastasen. Trotzdem kann auch ein gutartiger Tumor je nach Lage einen schweren - mitunter auch tödlichen Verlauf nehmen. Beispiel: ein gutartiger Gehirntumor kann durch die Verdrängung von Gehirngewebe sehr gefährlich werden, auch wenn er keine Tochtergeschwülste bildet.

Bösartige Tumoren zeichnen sich durch "rücksichtsloses" und schnelles Wachstum sowie durch eine Metastasierung aus. Oft wird durch die Geschwulst selbst ein Organ stark in seiner Funktion eingeschränkt, ebenso kann z.B. die Metastasierung in Leber oder Lunge das Hauptproblem darstellen.

Jeder "Knubbel", den Sie an Ihrem Haustier entdecken ist grundsätzlich tumorverdächtig. Oft kann schon in der Routinesprechstunde eingeschätzt werden, ob dieser Verdacht gerechtfertigt ist. Wichtig für die Beurteilung ist Lage, Form, Farbe, Verschieblichkeit und Konsistenz der Veränderung. Manchmal kann eine zytologische Untersuchung sinnvoll sein. Dabei werden aus dem verdächtigen "Knubbel" Zellen gewonnen, einer Spezialfärbung unterzogen und mikroskopisch untersucht. Diese Untersuchung ist jederzeit durchführbar. Bei zweifelhaften Befunden werden die Proben an ein pathologisches Labor geschickt, wo Veterinärpathologen evtl weitere Spezialfärbungen durchführen um eine Diagnose zu stellen.
Bei schnell wachsenden "Knubbeln", Rückfällen oder dringendem Tumorverdacht ist unter Umständen die operative Entfernung der sicherste Weg. Dabei wird das veränderte Gewebe mit - wenn möglich - einem umgebenden Saum aus unverändertem Gewebe ("Sicherheitsabstand") herausgeschnitten und an ein veterinärpathologisches Institut geschickt. Dort wird dann die Diagnose gestellt.

Nicht jeder bösartige Tumor muss gleich ein Todesurteil für Ihr Haustier bedeuten. Im günstigsten Fall reicht die chirurgische Entfernung aus. Sind Tochtergeschwülste vorhanden oder kann der Tumor nicht vollständig entfernt werden, gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. Neben den aus der Humanmedizin bekannten Krebsbehandlungsmöglichkeiten Chemo- und Strahlentherapie gibt es auch alternative Ansätze wie z.B. die Misteltherapie.
Sollten Sie sich für Strahlen- oder Chemotherapie interessieren stellen wir gerne für Sie den Kontakt zu entsprechenden Spezialisten her.
Kommt eine Krebsbehandlung für Ihren vierbeinigen Liebling nicht in Frage begleiten wir den Patienten unterstützend (z.B. mit einer individuellen Schmerztherapie und/oder Diät) bis zum Zeitpunkt des Abschieds.