Labor

Die Labordiagnostik ist ein wichtiger Baustein bei der Untersuchung vieler Patienten. Die meisten Fragestellungen können wir in unserem hauseigenen Labor beantworten.

Zur Diagnostik spezieller Erkrankungen oder komplizierter Fragestellungen arbeiten wir mit namhaften Speziallabors in Deutschland zusammen.

Blutuntersuchungen

Klinische Chemie

Die "Klinische Chemie" fasst die sogenannten Organwerte zusammen. Wir sind in der Lage bis zu 14 verschiedene Parameter, wie z.B. Leber- und Nierenwerte gleichzeitig zu bestimmen. Und das Ergebnis liegt in weniger als 10 Minuten vor.

Seit Ende 2014 sind wir darüber hinaus in der Lage weitere, sehr wichtige Einzelparameter unmittelbar in unseren hauseigenen Labor zu bestimmen. Dazu gehören die 'pankreasspezifische Lipase' bei Hund und Katze zur Bestätigung einer Bauchspeicheldrüsenentzündung, der 'Fructosamin'-Spiegel zum Beweis einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sowie das 'c-reaktive Protein' beim Hund, ein hochempfindlicher Entzündungsmarker.

Hämatologie

Zusätzlich zur Klinischen Chemie interessiert uns bei den meisten Patienten auch das sogenannte Blutbild, d.h. die Zusammensetzung des Blutes aus roten und weißen Blutkörperchen und Blutplättchen. Auch dieses Ergebnis liegt in wenigen Minuten vor.

Mikroskopische Untersuchung bei Hautpatienten

Die häufigste Ursache für Juckreiz bei unseren Patienten ist ein Befall mit sogenannten Ektoparasiten. Das sind Insekten oder spinnenartige Tiere die auf oder in der Haut leben und so zu Störungen des Hautstoffwechsels, Entzündungen, Juckreiz und Haarverlust führen.

Zu den häufigsten Hautparasiten gehört der Katzen- und Hundefloh, die Zecke (hierzulande meist der sog. Holzbock, Ixodes ricinus) sowie verschiedene Milben. Sind Zecken und Flöhe schon mit blossem Auge gut erkennbar, ist zum Nachweis von Milben oft ein sogenanntes Hautgeschabsel erforderlich. Dabei wird mit einer sterilen Klinge die oberste Hautschicht abgekratzt und das gewonnene Material mit einem Mikroskop untersucht. Die Probenentnahme kann je nach betroffener Hautstelle etwas unangenehm sein, was aber in der Regel keine Narkose oder Beruhigungsspritze rechtfertigt.

Ansteckungsgefahr! Grundsätzlich muss bei einem Parasitenbefall bei unseren Haus- und Heimtieren als mögliche Ansteckungsquelle für uns Menschen angesehen werden! Deshalb sollten Sie Ihr Haustier auf Parasiten untersuchen lassen, wenn Sie vermehrtes Kratzen feststellen.

Neben einem Parasitenbefall führen aber auch viele weitere Erkrankungen zu Juckreiz, wie z.B. Allergien, Pilzinfektionen, Mangelsituationen oder Erkrankungen des Immunsystems. Auch das übermäßige Waschen mit evtl. nicht geeigneten Shampoos kann die Haut schädigen und so Juckreiz verursachen.

Schnelltests

Wir können sehr zuverlässige Tests auf verschiedene Krankheiten wie Borreliose, Anaplasmose, Ehrlichiose, Dirofilariose, Katzenleukose und "Katzenaids" sofort in unserem Labor durchführen. Diese Testverfahren beruhen auf dem sogenannten ELISA-Prinzip und sind auf dem aktuellsten Stand der Wissenschaft. Auch der Nachweis von Giardien und Parvoviren im Kot funktioniert auf diese Weise.

 

 

Harnuntersuchungen

Die Harnuntersuchung umfasst mehrere Komponenten, die je nach Fragestellung kombiniert werden. Grundsätzlich ist nur dir Untersuchung einer frischen Urinprobe aussagekräftig, da mit der Zeit chemische Prozesse im Harn stattfinden, die die Ergebnisse verfälschen können.

Urinanalyse
Mit Hilfe unserer Harnanalyseeinheit sind wir in der Lage wichtige Hinweise auf bestimmte Erkrankungen zu bekommen. Beispielsweise ist das Verhältnis von Einweiß zu Kreatinin im Urin (UPC) ein Biomarker für die Frühdiagnose der Niereninsuffizienz der Katze.

Mikroskopische Sedimentuntersuchung
Durch dir Zentrifugation der Urinprobe wird das Sediment gewonnen, welches mikroskopisch untersucht werden kann. So können z.B. Kristalle im Urin nachgewiesen und identifiziert werden. Auch das Vorliegen verschiedener Zellen kann Hinweise geben.

Urindichte
Mit Hilfe eines Refraktometers bestimmen wir die Dichte des Urins. Eine verminderte Dichte deutet beispielsweise auf eine Nierenerkrankung hin.

Kotuntersuchungen

Eine Kotuntersuchung wird meistens dann durchgeführt, wenn ein Befall mit Darmparasiten vermutet wird. Außerdem kann eine Kotprobe Hinweise auf Verdauungsstörungen und weitere Erkrankungen liefern. Zum Beispiel kann eine Störung der Bauchspeicheldrüse zum sogenannten Fettstuhl oder unverdauten Kohlenhydraten im Kot führen.

Parasitologische Untersuchung
Die am häufigsten durchgeführte Kotuntersuchung findet nach dem Flotationsverfahren statt. Dabei können z.B. Wurmeier aus der Kotmasse herausgelöst und dann mit Hilfe eines Mikroskops identifiziert werden.

Antigennachweis auf Giardia spp. oder Parvovirus
Giardien
sind einzellige Darmparasiten, die mit unbewaffnetem Auge nicht erkennbar sind. Durch den Einsatz eines Schnelltests kann das Vorhandensein dieses Durchfallerregers zuverlässig innerhalb weniger Minuten nachgewiesen werden. Giardien verursachen wechselhafte Stühle von wässrig bis unauffällig fest, mal mit und mal ohne Blutbeimengung. Die Behandlung erfordert den Einsatz eines speziellen Antiparasitikums oder Antibiotikums und wird über mehrere Tage durchgeführt.
Parvoviren verursachen v.a. bei ungeimpften Welpen akute, übelriechende Durchfälle, die in Kombination mit weiteren Symptomen nicht selten zum Tod führen können. Welpen, die diese schwere Erkrankung überleben, können an Folgeschäden leiden, wie z.B. einer Schädigung des Herzmuskels ("Tigerherz"). Zum Nachweis steht ebenfalls ein Schnelltest zur Verfügung.