Was ist ein Notfall?

Notfälle sind Situationen, in denen Ihr Haustier in eine lebensbedrohliche Lage geraten ist, oder eine verspätete Behandlung die Entstehung einer solchen lebensbedrohlichen Situation befürchten lässt.

Die meisten Notfälle sind auch für den Tierbesitzer gut erkennbar:

- Blutende Verletzungen nach Unfällen oder Beissvorfällen,
- schwere neurologische Ausfälle und Krampfanfälle,
- eine beobachtete Gift- oder Fremdkörperaufnahme,
- blutiger Brechdurchfall z.B. bei einer Rattengiftvergiftung,
- hohes Fieber >40°C Rektaltemperatur,
- Geburtsstörungen
- Atemnot

Beim Hund kann ein trommelartig aufgewölbter Bauch, starkes Speicheln und  erfolglose Versuche zu erbrechen, sowie zunehmende Schwäche als Verdacht auf eine Magendrehung interpretiert werden. Hier ist Eile geboten!

Ein plötzlicher Zusammenbruch oder taumelndes Gangbild kann beim Hund ein Hinweis auf einen inneren Blutverlust durch einen blutenden Milztumor sein. In den meisten Fällen treten diese Anzeichen plötzlich auf, was auf das Aufplatzen eines unentdeckten Tumors zurückzuführen ist.
Vorbeugend ist eine Ultraschalluntersuchung möglich.

Ein typischer, aber vermeidbarer Notfall bei der Katze ist das sogenannte "Kippfenstersyndrom". Dabei bleibt die Katze beim Versuch durch ein gekipptes Fenster zu springen hängen und rutscht herunter. Dadurch werden Organe und Blutgefäße abgedrückt, was je nach Dauer zu unheilbaren Schäden oder dem Tod führt. Notfall! Bitte beugen Sie vor und lassen keine Fenster auf Kipp oder verwenden Sie die im Zubehörhandel erhältlichen Schutzvorrichtungen.

Ein Kater, der durch lautes Schreien und dauerhafte Katzenklobesuche auffällt, kann an Harnabsatzbeschwerden leiden. Häufig werden solche Probleme durch einen Verschluß der Harnröhre verursacht. Kann der Kater gar keinen Urin mehr absetzen, kann sich der Harn stauen, was zu starken Schmerzen und Nierenbeschwerden führt. Notfall!
Vorbeugend ist bei Risikopatienten eine Harnuntersuchung möglich.

Eine Katze, die plötzlich ein oder beide Hinterbeine nicht mehr bewegen kann und laute Schmerzäußerungen zeigt, kann an einer Aortenthrombose leiden. Dabei kommt es zum Verschluss eines Blutgefäßes. Folge: starke Schmerzen und eine kalte Pfote am betroffenen Hinterbein. Notfall!

Notfälle bei Kaninchen und Meerschweinchen sind meistens durch eine auffallende Bewegungsunlust und Appetitlosigkeit gekennzeichnet. Häufige Ursachen sind Magenüberladung und Trommelsucht (Aufgasung), die unbehandelt zum Kreislaufversagen führen. 


Ob es sich um einen Notfall handelt, …

kann nicht in jedem Fall am Telefon entschieden werden. Um die Einschätzung der Situation am Telefon zu erleichtern, sollten Sie folgende Informationen bereithalten:

1.Wer sind Sie?

2.Was für ein Tier ist erkrankt? Tierart? Rasse? Alter?
(Bitte bedenken Sie, dass wir nicht jeden Patienten sofort aus dem Stehgreif einer Krankengeschichte zuordnen können. Die Einleitung „Unser Gizmo hat wieder die gleichen Probleme wie vor 4 Wochen…“ bringt uns in vielen Fällen nicht weiter.)

3.Welche Symptome sind für Sie verdächtig?

4.Wann sind die Symptome erstmals beobachtet worden? Gibt es eine Vorgeschichte zu dem Krankheitsbild?

5.Hat sich das Krankheitsbild seit erstmaliger Beobachtung der Symptome verschlimmert?

6.Wenn möglich sollten Sie auch Angaben zur Körpertemperatur, Futter- und Wasseraufnahme, Kot- und Urinabsatz machen können.

 

 

 

Kosten einer Notfallbehandlung

Bitte beachten Sie, dass die Behandlung Ihres Haustieres im Notdienst, d.h. nachts und am Wochenende nach einem erhöhten Gebührensatz abgerechnet wird. Die Notfallbehandlung wird ebenso wie die Behandlung in der Sprechstunde sofort abgerechnet und ist sofort zu bezahlen (bar/EC). Eine Behandlung auf Rechnung ist grundsätzlich nicht möglich.

Dieser Grundsatz gilt übrigens in nahezu allen Tierarztpraxen und –kliniken.